14:57:32 14.01.2019

Hart erkämpfter Sieg

Vor der Partie gegen Göttingen war man sich in Herne bewusst, dass es kein einfaches Spiel werden würde, aber dass man den Sieg erst in den letzten Minuten des 4. Viertels würde sichern können, hatten die mitgereisten Fans dann vielleicht doch nicht erwartet.
Göttingens Heimstärke ist kein Geheimnis und so hatten sich gut ein Dutzend HTC-Fans auf den Weg gemacht, um ihre Mannschaft gegen das übermächtige Heimpublikum zu unterstützen. Was sie zu sehen bekamen war ein enges Spiel, in dem das Momentum oft hin und her ging und hoch motivierte Göttingerinnen, denen am Ende die Kondition ausging. Zudem fand das Herner Team rechtzeitig zu seiner Souveränität zurück und spielte schlussendlich clever seine Stärken aus, was zum 54:62 Endstand führte.
Wie ausgeglichen das Spiel war zeigen die Zwischenergebnisse der ersten drei Viertel (23:23/12:12/13:13), doch der Verlauf der einzelnen Spielabschnitte war ein Hin und Her. Göttingen erwischte den besseren Start in die Partie, was vor allem Centerspielerin Verdine Warner und der schnellen Cori Coleman zu verdanken war. Der Herner TC hatte sichtbar Probleme Coleman in den Griff zu kriegen, die sich aus der kurzen Distanz keinen Fehlwurf erlaubte und auch von der 3er-Linie unheimlich stark war. In der Defense machte Warner unterstützt von Klaudia Grudzien dicht und nutzte den körperlichen Vorteil gegen die im Vergleich eher zierlichen Herner Spielerinnen. Die sonst so starke Herner Defensive wirkte ungewöhnlich zahm und bezeichnenderweise dauerte es 7:30 Minuten bis zum ersten Teamfoul. Die letzten zwei Minuten nutzte Marek Piotrwoskis Team dann allerdings für eine kleine Aufholjagd zum 23:23.
Das zweite Viertel wirkte wie ein Spiegelbild des ersten. Der HTC hatte ins Spiel gefunden und sich eine kleine Führung erarbeitet. Entscheidend absetzen konnte man sich aber nicht. Lange stand das Spiel bei 27:32, was auch einer ungewöhnlich hohen Anzahl Turnovers beider Mannschaften geschuldet war. Eine hart erarbeitete 6-Punkte-Führung machte der Herner TC sich dann in der Schlussphase des Viertels selbst wieder zunichte, indem man die bereits zuvor erfolgreich gewesene Coleman zweimal völlig frei aus der Distanz werfen ließ und so ging es mit 35:35 in die Halbzeitpause.
Der dritte Spielabschnitt startete wieder mit umgekehrten Vorzeichen. Göttingen kam besser aus der Pause und immer wieder war es die Nummer 15, Cori Coleman, die ihrer Mannschaft wichtige Punkte bescherte. Auf Herner Seite hatte man zudem Probleme sich der relativ harten Linie der Schiedsrichter anzupassen. Nachdem Jill Bettonvil kurz hintereinander drei Fouls kassierte und Jordan Frericks sich ein technisches wegen Meckerns abgeholt hatte war der Frust bei den Hernerinnen groß, doch es spornte auch an und bei noch 2:02 zu spielenden Minuten ging der HTC erstmals wieder in Führung. Die konnte man zwar nicht halten, aber mit dem 48:48 konnte man zufrieden in den letzten Spielabschnitt gehen.
Im letzten Viertel legte der HTC einen 5:0 Blitzstart hin. Zunächst traf Laura Westerik einen wunderschönen 3er und nach einer guten Verteidigungsleistung zog Beatrice Attura zum Korb und verwandelte souverän. Auf Göttinger Seite ließen nun Kondition und Konzentration merklich nach. Gegen eine mittlerweile zu alter Stärke zurückgefundene Herne Defense gab es keine leichten Punkte mehr und in der Verteidigung konnte man den Gegner nur noch mit Fouls stoppen. Der Frust darüber war den Göttingerinnen anzumerken und so holte sich nun Karolina Grudzien ein technisches Foul wegen Protestierens ab. Herne hatte das Spiel jetzt im Griff und ließ nichts mehr anbrennen. Der Lohn für drei Viertel harte Arbeit konnte in den letzten zehn Minuten eingesammelt werden. Den Schlusspunkt zum 54:62 setzte allerdings noch einmal die beste Spielerin der Partie, Cori Coleman, mit einem 3er.