11:28:16 07.11.2018

ASC kämpft in der Offensive

Als kurzfristig auch noch die erkrankte Hannah Finke absagen musste, schien es für die Zweitliga-Basketballerinnen des ASC Theresianum Mainz im Heimspiel gegen die Lions SV Halle ganz düster zu werden. Der sieglose Aufsteiger spielte ohne die drei Leistungsträgerinnen Lauren Mortier, Patricia Sagerer und Hannah Finke gegen den Bundesliga-Absteiger.
Das 20:70 (4:25, 10:32, 15:55) gehört zwar rein statistisch in die Kategorie „Debakel“, die Mainzerinnen verließen aber zumindest zufrieden das Feld. Denn sie kämpften, rannten, sprangen den Bällen nach, nahmen die Physis der Gäste an – und teilten sogar aus. Mehr kann man vom ASC angesichts seiner spielerischen Unterlegenheit fast nicht erwarten.
„Wir haben uns tatsächlich gesteigert“, sagte Co-Trainerin Christina Vogel. „Gerade mit der Defense sind wir deutlich glücklicher, weil die Mädels endlich einmal aggressiv gespielt haben.“ Klingt komisch nach einem 20:70, war aber so. Das galt auch für die Worte von Malena Steines. Das 16-jährige Küken des Teams nahm ebenfalls den Kampf mit den körperlich deutlich überlegenen Gästen an. „Natürlich hört es sich seltsam an, wenn wir mit so einem Ergebnis zufrieden sind“, sagte Steines. „Wir haben gekämpft und auch nach den Ausfällen von Lauren, Patricia und Hannah den Kopf nicht in den Sand gesteckt. Natürlich ist das für mich ein deutlicher Unterschied zum Jugendbereich, aber ich will den Kampf genauso annehmen wie die anderen.“
Während der Einsatz ohne Zweifel stimmte, gab es aber natürlich auch weiterhin eine Menge Mankos. „Nicht akzeptabel“, nannte Vogel die Ausbeute in der Offense. Zwar passten die Systeme und Laufwege deutlich besser als in den vergangenen Wochen, aber die Trefferquote war niederschmetternd.
Viele Würfe waren nicht einmal schlecht, „aber es ist einfach wie verhext“, sagte Vogel. „Wir treffen überhaupt nichts.“
Mit einer solchen Ausbeute werden die Mainzerinnen in dieser Saison kein Spiel gewinnen. Da hilft es in der Tat, sich an den positiven Dingen aufzurichten. Das Auftreten an sich wirkt strukturierter, der Einsatz stimmt – und wenn Lauren Mortier, Patricia Sagerer und Hannah Finke wieder an Bord sind, steigt vielleicht auch wieder die Trefferquote.
 
Es spielten: Steines, Dötsch, Filipova (5/1 Dreier), Kostadinova (3), Schnitzler (3), Henriquez (5/1), Kirschbaum, Baumgärtner, Pinjic (4).